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Klimaschutzkonzept Landkreis Peine

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Infos

Klimaschutzziele und -aktivitäten auf Landkreisebene, in Niedersachsen, Deutschland und international.
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Klimaschutzkonzept

Integriertes Klimaschutzkonzept für den Landkreis Peine

Zusammenfassung (36 Seiten; 1,8 MB),

Maßnahmenkatalog mit Handlungsansätzen zur Umsetzung von Klimaschutzaktivitäten
(157 Seiten; 0,9 MB),

Langfassung zum integrierten Klimaschutzkonzept für den Landkreis Peine (122 Seiten; 1,8 MB).

Bis Ende des Jahres 2013 wird für den Landkreis Peine ein integriertes Klimaschutzkonzept erarbeitet. Basierend auf einer Energie- und CO2-Bilanz und einer Potenzialanalyse sowie unter Beteiligung von Akteuren vor Ort werden Strategien und Maßnahmen für mehr konkreten Klimaschutz im Landkreis entwickelt. Bisherige Aktivtäten und Projekte werden berücksichtigt und der 2011 getroffene Kreistagsbeschluss einer 100-%-Versorgung durch erneuerbare Energien vorangetrieben.

Finanziell wird die Entwicklung des Konzepts von der Klimaschutzinitiative der Bundesregierung unterstützt. Mit dem Programm sollen die Klimaschutzziele der Bundesregierung, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 % zu verringern, auf lokaler Ebene umgesetzt werden.

Bisherige Aktivitäten und der Weg zum Klimaschutzkonzept

Wichtige Meilensteine für den Klimaschutz im Landkreis waren im Jahr 2007 die Erarbeitung des Masterplans KNEM (Kommunales nachhaltiges Energiemanagement) für den Landkreis Peine sowie der Kreistagsbeschluss vom 22. Juni 2011 mit dem Ziel, mittel- bis langfristig […] den Landkreis Peine als „100-%-Erneuerbare-Energie-Region-Landkreis-Peine“ (EE-Region) zu entwickeln und profilieren. Dabei wurde vorgeschlagen, kurzfristig ein Klimabündnis mit insbesondere den Landkreis-Gemeinden, der Stadt Peine und den Stadtwerken Peine anzustreben und das Ziel in zwei Schritten zu erreichen: Im ersten Schritt bis 2015/16 soll die kommunale Einheit Landkreis Peine energieautark und CO2-emissionsfrei und der „Masterplans KNEM“ fortgeschrieben werden. Im zweiten Schritt bis 2025/230 soll der gesamte Landkreis energieautark und emissionsfrei werden. Dazu werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: Erstellung eines Fahrplans „100-%-Region“; Koordinierung durch eine Energieagentur; Aufzeigen der Bedarfe und Potenziale; Verbreitung der erneuerbaren Energien durch Öffentlichkeitsarbeit und Marketing gemeinsam mit strategischen Partnern sowie Einbindung aller Kommunen auf freiwilliger Basis.

Einen weiteren wichtigen Baustein lieferte der Zweckverband Großraum Braunschweig: Im Jahr 2012 wurde das Regionale Energie- und Klimaschutzkonzept (REnKCO2) fertig gestellt. Neben der Erarbeitung eines Leitbilds wurden auch eine detaillierte Energie- und CO2-Bilanz aufgestellt, Potenziale erfasst und Szenarien erarbeitet.
Im integrierten Klimaschutzkonzept des Landeskreises Peine sollen die strategischen Leitlinien und Handlungsansätze konkretisiert und ein detaillierter Maßnahmenkatalog erstellt werden.

Die Rahmenbedingungen

Das Vorhaben „Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzepts für den Landkreis Peine“ wird unter dem Förderkennzeichen FKZ: 03KS3722 im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert. Die Förderung beträgt 65 % der Kosten, der Landkreis steuert einen Eigenanteil von 35 % zur Finanzierung bei. Das Konzept wird von April bis Dezember 2013 erarbeitet.

Die Bausteine

Klimaschutzkonzepte in Deutschland sind alle ähnlich aufgebaut: Die Analyse des Status quo ist die Voraussetzung für eine Potenzialanalyse und die Entwicklung von Maßnahmen, in die auch Akteure vor Ort eingebunden werden. Am Ende steht ein umsetzungsorientiertes Klimaschutzkonzept, das auf die örtlichen Verhältnisse abgestimmt ist. Nach der Verabschiedung durch Stadtrat oder Kreistag, kann die Umsetzung des Klimaschutzkonzepts beginnen. Einen Überblick über die Bausteine bzw. Arbeitspakete und den zeitlichen Ablauf gibt die nebenstehende Grafik.
Im Folgenden werden einige Bausteine näher erläutert:

1. Akteursbeteiligung
Die Akteursbeteiligung ist das Herzstück eines Klimaschutzkonzepts. Hier diskutieren unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen Themen, Visionen und mögliche Handlungsansätze. Dazu werden interessierte Bürgerinnen und Bürgern, Vertreter öffentlicher Einrichtungen und Verbände, Unternehmen und Institutionen zur Mitarbeit in Arbeitsgruppen eingeladen. Auf Basis der dann vorliegenden Ergebnisse werden dann ganz konkrete Maßnahmen entwickelt.
Nähere Informationen zu den Arbeitsgruppen im Landkreis Peine, die ab August 2013 zu verschiedenen Themen tagen, finden Sie hier.

2. Maßnahmekatalog
Der Maßnahmekatalog ist ein wichtiges Ergebnis des Klimaschutzkonzepts, die einzelnen Maßnahmen sollen ab 2014 nach und nach umgesetzt werden. Empfehlungen für konkrete Maßnahmen basieren auf den Diskussionen in den Arbeitsgruppen. In einem weiteren Schritt werden sie nochmals mit allen relevanten Akteuren besprochen, weiter verfeinert und abschließend in einem Katalog festgelegt.

Der Katalog ist als permanent wachsendes Dokument gedacht, denn in regelmäßigen Abständen sollen das Erreichen der Zielsetzungen sowie die Instrumente und Methoden überprüft werden. so können Maßnahmen nach Bedarf angepasst werden; erfolgreiche Maßnahmen verbleiben im Katalog und notwendige neue Maßnahmen werden ergänzt.
Einen ersten Entwurf der Maßnahmevorschläge finden Sie in den Protokollen der Arbeitsgruppen. Gern können Sie uns dazu Ihre Meinung mitteilen und weitere fundierte Vorschläge einreichen.

3. Öffentlichkeitsarbeit
Ohne Öffentlichkeitsarbeit und kontroverse Kommunikation kann ein Klimaschutzkonzept nicht gelingen. Es setzt auf das Engagement und die Ansprache vieler, den Austausch und die Diskussion. Dabei sind hier mehrere Ebenen notwendig: Die Akteure müssen gut über den Prozess und die aktuellen Entwicklungen informiert werden. Zum anderen ist die weiterführende Kommunikation ein wichtiges Handlungsfeld. Bestandteil des Klimaschutzkonzepts ist daher auch die Konzeption der Öffentlichkeitsarbeit für die Umsetzung.

4. Monitoringkonzept
Die Entwicklung eines Klimaschutzkonzepts bedeutet letztlich nichts anderes eine gemeinschaftliche Verständigung und Verabschiedung von Zielen und Maßnahmen zur Reduzierung klimaschädlicher CO2-Emissionen vor Ort. Gute Absichten alleine reichen jedoch nicht aus, um die Zielsetzungen zu erreichen. Die entscheidende Phase eines Klimaschutzkonzepts beginnt daher erst nach dem Entwicklungsprozess. Ein Monitoringkonzept soll gewährleisten, dass Fortschritte festgehalten und ausgewertet sowie zielführende Weichenstellungen vorgenommen werden können. Meist gehört eine Fortschreibung der Energie- und CO2-Bilanz zum Monitoring, diese bewertet das Erreichen von Einsparungen insgesamt. Um detailliert Einzelmaßnahmen zu bewerten, müssen diese individuell anhand bestimmter Indikatoren überprüft werden. Die Ergebnisse sollten in Klimaschutzberichten veröffentlicht werden.

5. Bericht, Verabschiedung und Beschluss
Alle bisher aufgeführten Elemente – die Dokumentation der Akteursbeteiligung, der Maßnahmekatalog sowie die Konzepte für Öffentlichkeitsarbeit und Monitoring – fließen in den abschließenden Bericht ein. Dieser wird dann dem Kreistag zur Verabschiedung vorgelegt.

6. Umsetzung
Ein Klimaschutzkonzept sollte nicht für die Schublade erstellt werden. Natürlich wird der Prozess selbst zum Anlass genommen, wichtige Diskussionen anzustoßen und Akteure einzubeziehen. Der von der Klimaschutzinitiative vorgesehene Beschluss des jeweiligen kommunalen Entscheidungsgremiums soll sicherstellen, dass die Umsetzung auch ernsthaft gewollt ist. Oft sind dafür Anpassungen oder Erweiterungen der Organisationsstruktur notwendig. So haben beispielsweise viele Kommunen mittlerweile ein eigenes Klimaschutzmanagement oder eine Klimaschutzagentur ins Leben gerufen. Und natürlich ist auch die Finanzierung ein entscheidendes Kriterium.

Kommunen: Auf zur Energiewende im Peiner Land

Die Kommunen des Landkreises Peine sind in Sachen Klimaschutz schon sehr aktiv. So haben sich die Gemeinden bereits vor einigen Jahren im Rahmen eines Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK) unter dem Namen „Energiewende Peiner Land“ zusammengeschlossen, um Nachhaltigkeit und Klimaschutz transparent und koordiniert voranzutreiben. Die Liste der umgesetzten Projekte kann sich sehen lassen, und es wurden auch Klimaschutzmanager eingestellt: In den Gemeinden Edemissen, Hohenhameln und Ilsede sowie eine weitere Person in den Gemeinden Vechelde und Lengede und in der Stadt Peine existiert ein Energiemanager. Klimaschutz-Teilkonzepte oder vergleichbare Konzepte zu Energiemanagement und Energieeinsparung eigener Liegenschaften befinden sich derzeit in Edemissen, Ilsede, Lahstedt, Lengede, Peine und Vechelde in der Umsetzung.
Nähere Informationen finden Sie auf der Website www.region-peiner-land.de.

Für den Landkreise Peine ist die Verzahnung der Aktivitäten des laufenden Klimaschutzkonzepts mit denjenigen der Kommunen äußerst wichtig. So wird im Rahmen der Akteursbeteiligung auch eine Arbeitsgruppe zum Thema „Klimaschutz in den Kommunen“ tagen.

Eine weitere Vision, an der gemeinsam gearbeitet wird, ist die Errichtung einer Energieagentur. Auch hierzu werden im Rahmen des Klimaschutzkonzepts Ansätze und Vorschläge diskutiert.